Island

Nicht nur durch die letzte Fußball Europameisterschaft ist Island zu einem beliebten Reiseziel geworden. Die vielen Bilder von magischen Polarlichtern, rauschenden Wasserfällen, eisblauen Gletschern und den farbenfrohen Dörfern der Isländer hat bei vielen die Sehnsucht nach einem Trip zum nordeuropäischen Inselstaat noch gesteigert. Auch Ingo aus dem Vorteilswelten-Team ist neugierig geworden und hat für Sie nachgeschaut, ob sich die Reise in das kleine Land wirklich lohnt.

Anreise & Vorbereitung

Schon der Landeflug auf den direkt am Meer liegenden Keflavik Flughafen ist spektakulär. In der Entfernung sieht man bereits die isländischen Berge und die Lichter der Hauptstadt, während sich die Maschine durch den Wind kämpft und souverän auf dem einzigen internationalen Flughafen des Landes zum Stehen kommt. Für die kommenden fünf Tage haben wir uns ein Mietauto gegönnt, denn wir möchten uns nicht nur Reykjavik anschauen, sondern am besten auch so viel wilde isländische Schönheit wie möglich erleben. Da Island alles andere als günstig ist, haben wir uns während unserer Reise ausschließlich in günstige Apartments von Airbnb und dem nur im Sommer buchbaren Zimmern der Hotelkette Edda eingebucht. Bei letzterem handelt es sich eigentlich um Internatszimmer isländischer Schulen, die während der Sommerferien an Touristen vermietet werden. Die Ausstattung ist einfach, aber vollkommen ausreichen, und der Preis nirgends günstiger.

Reykjavik

Nach einer ersten erholsamen Nacht und einem zünftigen Frühstück machen wir uns auf in das Zentrum der Stadt. Wer eine wuselige Großstadt mit Hochhäusern und chaotischem Verkehr erwartet, wird sich sicher wundern. Mit gerade einmal 123.000 Einwohnern ist Reykjavik zwar die größte Stadt des Landes, erinnert aber eher an Flensburg als Hamburg. Hier stehen bunte Wellblechgebäude neben kleinen massiven Steinhäuschen – bereit um dem unbeständigen Wetter Islands die Stirn zu bieten. Da gerade Mitte Juli ist, sind zwar die Temperaturen recht angenehm, doch der scharfe Wind ist unser stetiger Reisebegleiter. Das wohl berühmteste Bauwerk der Stadt ist die schlicht und futuristisch anmutende Hallgrimskirkja (Kirkja = Kirche). Mit Ihrem spitzen 74,5 m hohen Turm ist sie von fast jeder Ecke der Stadt zu sehen. Mit etwas Glück kann man so wie wir der Pianistin an der sehr komplex wirkenden Orgel  beim Üben zuhören. Nachdem wir durch die niedliche Innenstadt spaziert sind, erkunden wir die Sehenswürdigkeiten an der Küstenpromenade. Beginnend am Sólfarið Seefahrerdenkmal und vorbei am gläsernen Harpa Konzertsaal gelangen wir ins alte Hafenviertel. Hier besuchen wir auch das sehenswerte Aurora Museum um etwas mehr über die Polarlichter zu lernen – doch leider sind diese in den Sommermonaten nicht zu sehen.

Seljalandsfoss + Skogafoss

Der Seljalandsfoss ist einer der bekanntesten Wasserfälle Islands und ziert häufig die Deckblätter von Reiseführern und -magazinen. Mit dem Auto gelangt man in nur knapp 1,5 Stunden hierher, sodass sich der Besuch auch als Tagesausflug aus der Hauptstadt lohnt. Zwar ist der Seljalandsfoss nicht so breit und gewaltig wie andere Wasserfälle, aber dafür ist es möglich hinter den fallenden Wassermassen entlang zu spazieren und tolle Fotos zu schießen.  Wer zudem den Sandweg links vom Wasserfall folgt, gelangt nach ca. 500 m zum hinter einer engen kleinen Schlucht versteckten Gljúfrabúi. Obwohl dieser Wasserfall noch etwas kleiner als der Seljalandsfoss ist, wirkt er durch das von den Felswänden wiederhallende Getöse doch gewaltig. Wer dann noch immer nicht die Nase voll hat, folgt der Straße mit dem Auto für weitere 30 Minuten und gelangt zum Skogafoss. Dieser breite Wasserfall sieht so aus, als wäre er einem Bilderbuch entsprungen. Auch die 10 min Aufstieg lohnen sich, da sich vor dem eigentlichen Fall der Fluss mit viel Getöse durch das felsige Erdreich kämpft. Lange kann man so den Flusslauf hinauf folgen, bis dieser langsam ruhiger und ruhiger durch das saftige Grün Islands fließt.

Geysir + Gullfoss

Ein neuer Tag mit vielen spektakulären Stopps liegt vor uns. Noch früh morgens machen wir uns auf den Weg zu den weltberühmten Geysiren. Hier befindet sich auch der namensgebende Große Geysir, der aber nur sehr unregelmäßig ausbricht. Als besseres Fotomotiv eignet sich der ebenfalls hier befindliche Strokkur. Im 10 min Takt eruptiert er mit einer 25-35 m hohen Wassersäule. Doch auch ohne die ausbrechenden Geysire ist dieser Ort im Haukaladur Heißwassertal sehenswert. Überall steigt heißer Wasserdampf auf, es riecht nach Schwefel und die vielen Wasserbecken leuchten in unterschiedlichen Farben. Ebenfalls einen Katzensprung entfernt liegt der wohl gewaltigste Wasserfall der Region. Schon auf dem Weg zum Gullfoss ist die Luft von feinen Wassertropfen durchzogen und als wir dann direkt vor dem in die enge Schlucht stürzenden Wassermassen stehen, sind wir schlichtweg sprachlos. Schon mehrere Male sollte direkt am Gullfoss ein Wasserkraftwerk entstehen, aber zum Glück siegten letztlich die Naturschützer und so wurde der Wasserfall 1979 unter Naturschutz gestellt.

Þingvellir

Auf dem Rückweg nach Reykjavik machen wir noch einen letzten Halt im Þingvellir Nationalpark. Dieses 40 km westlich der Hauptstadt gelegene Fleckchen Erde liegt direkt am Nordufer des Sees Þingvallavatn. An dieser Stelle bewegen sich die tektonischen Platten Amerikas und Eurasiens langsam auseinander und hinterlassen so eine durch Felsrinnen zerklüftete grüne Landschaft. In der größten dieser Felsrinnen, der Allmännerschlucht, lohnt sich ein ausgedehnter Spaziergang. Das einzige Manko bei einem Þingvellir-Besuch im Sommer ist die Überzahl an recht aggressiven Mücken und Fliegen. Hatten wir zu Beginn noch die Touristen mit den Fliegengitterhüten belächelt, so wünschen wir uns schon nach wenigen Minuten, dass wir doch auch so einen Hut gekauft hätten. Doch zum Glück folgen uns die Insektenschwärme nicht jeden Meter und so bleibt uns doch hauptsächlich die atemberaubende Landschaft des Nationalparks in Erinnerung.

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