Portugal

Wer in Urlaubsportalen und Reisezeitschriften nach den besten Reisezielen 2018 sucht, dürfte dabei vor allem auf ein Ziel gestoßen sein: Portugal! Das kleine, quirlige Land ganz im Südwesten Europas klettert bereits seit einigen Jahren die Must-See-Listen vieler Reiselektüren & Blogger hinauf und hat es sich dieses Jahr fast überall auf dem ersten Platz gemütlich gemacht.

Doch Portugal ist nicht gleich Portugal. Wer sich bereits für das Land entschieden hat, steht nun vor einer weiteren schwierigen Wahl: Sightseeing in den engen Gassen von Portugals Hauptsstadt Lissabon? Die kulinarischen Highlights von Porto entdecken? Oder doch Strand- und Erholungsurlaub an der portuguiesischen Algarve rund um Faro? Ingo aus Ihrem Vorteilswelt-Team hat sich die beiden Städte Lissabon und Porto einmal genauer angeguckt.

Lissabon

Die mit knapp über einer halben Million relativ kleine Hauptstadt ist romantisch am Fluss Tejo gelegen, über die auch die der Golden Gate Bridge recht ähnliche Brücke Ponte 25 de Abril führt. Doch das eigentliche Highlight der Stadt und auch der Grund, weshalb ich mich für Lissabon als Reiseziel entschieden habe, ist das bunte Wirrwarr an engen und bunten Altstadt-Gassen. Schon die Anreise ist sehr angenehm, denn der Flughafen liegt sehr zentral und die Metro führt bequem in knapp einer halben Stunde in das schöne Altstadt-Zentrum. Als ich aus der Metro-Station Baixa-Chiado steige und die ersten Meter durch die Innenstadt in Richtung Unterkunft laufe, fallen mir sofort die reich mit bunten Fliesen, den sogenannten Azulejos, verzierten Fassaden auf. Zudem steigt mir bereits der Geruch von frisch gebackenen Pastéis de Nata (kleinen Blätterteigtörtchen mit Pudding-Füllung) und Bolinhos de Bacalhau (kleine frittierte Bällchen aus Kartoffeln und Stockfisch) in die Nase. Beides wird für mich ein ständiger kulinarischer Wegbegleiter in den folgenden Tagen sein. Diese beiden und viele weitere Köstlichkeiten schmeckten mir insbesondere in der lebhaften Konditorei Pastéis de Belém. Ein Besuch hier ist ein Muss für jeden Lissabon-Besucher! Zwar sollte man für einen Sitzplatz in diesem Café ein wenig Zeit mitbringen, aber die voll besetzten Tische werden auch schnell wieder frei und so wartet man selten länger als 10-15 Minuten. Auch für das Auge hat Belém einiges zu bieten: der direkt am Tejo gelegenen Stadtteil offenbart nicht nur einen der schönsten Blicke auf die Ponte 25 de Abril, denn mit dem Seefahrerdenkmal, dem Torre de Belém und dem wuchtigen sowie reich verziertem Kloster Mosteiro dos Jerónimos bietet es auch genügend Ziele für Schnappschussjäger. Zurück im Zentrum erkunde ich eines der ältesten und malerischten Viertel der Stadt: wie ein Labyrinth schmiegen sich sich die vielen verschachtelten Gassen von Alfama an den teils recht steilen Hügel, auf deren Spitze auch die Burg Castelo de São Jorge thront. Bis spät in die Nacht sitzen hier Einheimische und Touristen mit einem Bier oder Glas Sangria vor den zahlreichen guten Restaurants und lauschen dem in Portugal sehr beliebten Fado, dessen Lieder meist melancholisch-traurig sind und fast ausschließlich von Frauen vorgetragen werden. So ziehen drei Tage viel zu schnell an mir vorbei, denn beim Wandeln durch die vielen schönen Stadtviertel Lissabons verliert man fast automatisch das Zeitgefühl. Wer aber selbst auf einem Kurztrip noch ein wenig mehr von Portugal sehen möchte, dem sei ein Besuch in Sintra wärmstens ans Herz gelegt. Der nahegelegenen Ort thront auf einem kleinen Berg und war einst die Sommerresidenz der Könige. Entsprechend gibt es hier tolle Paläste, ein beeindruckendes Schloss und schöne Parkanlagen zu bestaunen. Zudem: durch seine Höhenlage und reiche Flora ist es hier immer ein paar Grad kühler als in Lissabon. Ein perfekter Tagesausflug bei einem sonnig-heißen Lissabon-Trip!

Porto

Lissabon allein ist eine Reise wert. Doch ich habe noch lange nicht genug von Portugal und praktischer Weise noch ein paar Tage übrig. Somit schmiede ich den Plan in das mit dem Zug nur 3,5 Stunden entfernte Porto zu fahren. Hier wohnt zudem eine Freundin von mir, die in den kommenden Tagen meine Stadtführerin und zugleich Kulinarik-Expertin sein wird. Die lebhafte Küstenstadt im Norden Portugals ist zwar nur halb so groß wie Lissabon, aber dafür mit einer traumhaften Lage direkt am Fluss Douro gesegnet. Auf diesem wurden damals die Trauben für die Portweinproduktion aus dem sonnigem Inland nach Porto transportiert. Entsprechend findet man am südlichen Ufer eine Vielzahl von Portweinkellereien, bei denen man bei einer geführten Tour mehr über die Herstellung des Exportschlagers erfahren oder sich einfach mit einem schönen Gläschen Rubio, Tawny oder Rosé auf die Terrasse setzen kann. Dieses entschleunigte Lebensgefühl zeigt sich an allen Ecken und Enden der Stadt: zahlreiche gute Restaurants am nördlichen Flussufer bieten landestypische Gerichte zu fairen Preisen, die vielen verwinkelten Gassen mit gemütlichen Cafés & Geschäften laden zum Bummeln ein und in den Abendstunden treffen sich Einheimische wie Touristen am hochgelegenen Nonnenkloster Mosteiro da Serra do Pilar oder im Park Jardim do Morro um einen der schönsten Sonnenuntergänge, den ich bisher gesehen habe, über dem gen Atlantik fließenden Douro zu bestaunen. Schon am zweiten Tag in Porto merke ich, wie viel langsamer hier die Zeit tickt: zum Frühstück  trinken wir in einem kleinen Café um die Ecke einen Galao (portugiesischer Milchkaffee) und essen ein paar Pastéis de Nata. Danach spazieren wir gemütlich durch die Altstadt zur Buchhandlung Livraria Lello, dessen einzigartige Wendeltreppe und der aufwändig mit Holz gearbeitete Verkaufsraum die Autorin Joanne K. Rowling zu den Harry Potter-Büchern inspiriert hat. Zu Mittag trauen wir uns an das in dieser Region berühmt-berüchtigte Gericht Francesinha ran, ein Fleisch-lastiges, mit Käse überbackenes Sandwich, das in Tomatensauce getränkt wird (schmeckt besser, als es sich anhört). Zum Sonnenuntergang sitzen wir wieder mit einer Flasche Portwein am Fluss und stellen ein mal mehr fest: Porto ist keine Stadt, die man bereist. Porto ist eine Stadt, die man lebt!

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